Nicht jeder weiß gleich etwas mit dem
Begriff Manga anzufangen. Daher möchte ich auf dieser Seite eine kleine
Einführung in diesen Bereich geben. Diejenigen unter Euch, die diesen
Artikel aus diesem Grund nicht so interessant finden, können gleich zur 2.
Seite springen, auf der einige Manga vorgestellt werden.
Was sind eigentlich Manga? Der Begriff Manga wurde im 19.
Jahrhundert von dem Holzschnittkünstler Katsushika Hokusai für eine Reihe
Alltagsskizzen geprägt. Wortwörtlich bedeutet es "unverlässliche
Bilder" (i. S. v. die Wahrheit nicht 100% exakt wiedergebend). In den 30-er
Jahren ging der Begriff auf die Comics über. Dabei werden in Japan
grundsätzlich alle Comics als Manga bezeichnet, während man in den westlichen
Ländern, nur Comics japanischer Herkunft (oder Machart) Manga nennt. Leider
werden in letzter Zeit oftmals auch Zeichentrickfilme als Manga bezeichnet. Dies
ist vollkommen falsch: Comics sind immer Manga und Zeichentrickfilme sind immer
Anime. In Japan sieht man in letzter Zeit auch mal den von Comic abgeleiteten
Begriff "komikusu".
Allgemein sind Manga nicht auf bestimmte Altersgruppen oder Genres beschränkt.
Das Vorurteil: "Das ist doch alles Kinderkram" ist hier nicht
anwendbar. Das heißt natürlich nicht, dass einzelne Manga nicht für bestimmte
Altersgruppen entwickelt werden. So war Sailor Moon z. B. für 8 bis 12 jährige
Mädchen gedacht. (Fans waren dann allerdings doch wieder in allen Altersgruppen
zu finden.)
Der Stil der Manga unterscheidet ziemlich deutlich von den westlichen Werken. So
kommen Manga grundsätzlich in schwarz-weiß heraus. Gelegentlich werden noch die
ersten paar Seiten farbig gestaltet, aber das war's dann auch. Bei uns
erscheinende farbige Werke, wie z. B. "Akira", sind nachträglich
eingefärbt. Traditionell geprägt durch Kalligraphie und Farbholzschnitt, liegt
der Schwerpunkt des Ausdrucks auf der Linie, während man in westlichen Werken
(Micky Maus u. ä.) sehr viel mit Farben und Flächen arbeitet. Manga sind im
Normalfall länger als Comics. Das führt zu einer ganz anderen Art der
Gestaltung der Seiten. Während man in Comics ein Bild für eine Szene braucht,
werden im Manga mehrere Bilder aneinandergereiht um eine ganz bestimmte Sache
auszudrücken. Hierbei werden Techniken verwendet, die man normalerweise nur aus
Filmen kennt. Dadurch gelingt es mit einer Seite ein ganz bestimmtes Gefühl zu
vermitteln. Ein weiteres Thema sind die Geräusche. Man kann wohl behaupten,
dass die Japaner die Technik der lautmalerischen Geräuscheffekte zur Perfektion
gebraucht haben. Es gibt Geräusche für alles
und jeden, unter anderem auch
für das Erröten und sogar für die Stille. Eines der herausragendsten Merkmale
des Manga sind die Köpfe: große Augen und kleiner Mund und Nase. Der Effekt
dieser Darstellungsweise ist, dass die Figuren sehr niedlich, teilweise sogar
kindlich wirken, was zu einigen Missverständnissen führen kann, wenn es um
pornographische Darstellungen geht. Hier stehen wir dem Grund des größten
Vorurteils in westlichen Ländern gegenüber. Ein weiterer Kritikpunkt den man
oft hört, ist der Unrealismus bei der Gestaltung der Frisuren. Diese dienen
aber meist nur der besseren Unterscheidbarkeit der Figuren. Im Anime
drücken dann die Farben meist noch bestimmte Charaktereigenschaften aus.
In Deutschland bekommt man Manga derzeit in zwei Ausführungen. Einmal in
westlicher Leserichtung (von links oben nach rechts unten und von vorn nach
hinten) und in japanischer Leserichtung (von rechts oben nach links unten und
von hinten nach vorn). Die westliche Leserichtung bietet den Vorteil der
Gewohnheit, da schließlich alle westlichen Bücher in dieser Form herauskommen.
Sie hat allerdings den Nachteil, dass bei der Umsetzung aus dem japanischen die
Seiten gespiegelt werden müssen. Das kann auf den oben beschriebenen Effekt
einer kompletten Seite einen störenden Effekt haben. Das ist bei der
japanischen Leserichtung, da sie die Leserichtung des Originals ist, nicht
passieren. Hier muss man sich allerdings erst mal umgewöhnen. Das geht
allerdings relativ zügig und bereitet deshalb keine Schwierigkeiten.
Damit beende ich diese Einleitung. Ich hoffe, dass ich einige Fragen beantworten
konnte und dass Ihr Euch auch weiterhin mit Manga beschäftigen werdet. Einige
Beispiele sind auf der nächsten Seite. Viel Spaß.
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